


Samhain ist der höchste Feiertag der Hexen. Daher hat er auch für mich eine große Bedeutung. Aber wer weiß eigentlich was es mit diesem Jack O´Lantern auf sich hat? Ich erzähle mal kurz die Legende von Jack O´Lantern.
Es gab mal einen sehr bösartigen alten Mann namens Jack O´Lantern, der war so böse, daß er nicht in den Himmel eingelassen wurde. Also machte der Teufel sich auf den Weg Jack abzuholen. Doch Jack wollte nicht und ersann sich allerlei Listigkeiten, um den Teufel zu narren. Eine davon war folgende:
Jack bat den Teufel zum Abschied noch einmal einen Apfel vom Apfelbaum neben ihm essen zu dürfen. Der gutmütige (hä??) Teufel gewährte ihm diese Bitte. Doch Jack sagte dem Teufel, er wäre selbst ja schon zu alt und schwach um auf den Baum zu klettern und bat den ihn dies für ihn zu tun. Der Teufel willigte ein und kletterte auf den Baum. Sobald er oben war, zückte Jack ein Messer und ritzte ein Kreuz auf den Stamm. So war der Teufel oben in dem Baum gefangen. Es blieb ihm nichts anderes übrig, als zu versuchen Jack zu bestechen, damit er wieder herunter könne. Er bot also Jack 10 weitere Lebensjahre an. Nachdem Jack den Teufel schon öfter erfolgreich weitere Lebensjahre durch listige Tricks ergaunert hatte, wurde er gierig und verlangte Aufschub für immer. Was blieb dem Teufel übrig? Also sagte er zu und durfte wieder herunter. Nun konnte Jack ewig leben. Dachte er. Doch leider sah das sein verbrauchter, alter Körper anders und beschloß von sich aus zu sterben.
Nun also mußte Jack doch zum Teufel in die Hölle hinabsteigen. Aber der Teufel, viele Male von Jack genarrt, verwehrte ihm den Einzug in die Hölle, so beleidigt wie er war. Er drückte Jack eine glühende Kohle in die Hand und jagte ihn fort. Jack wurde die Kohle doch etwas zu heiß in der Hand und so suchte er etwas wo er sie hineinlegen konnte. Er fand eine ausgehöhlte Rübe und legte die Kohle dort hinein. Fortan wanderte er ruhelos umher, in der Hand die ausgehöhlte Rübe mit der leuchtenden glühenden Kohle darin, auf der Suche nach einem Ort wo er seinen Tod verbringen konnte.
Die Menschen nutzten die Tatsache das eine glühende Kohle in einer Rübe den Teufel abhalten könne und stellten alljährlich am Todestag von Jack O´Lantern eine ausgehöhlte Rübe mit einem Licht darin in die Fenster oder vor die Türen.

Die irischen Einwanderer in die USA nahmen natürlich diesen Brauch mit. Doch die heimische Frucht in den USA ist der Kürbis und so wurde statt der Rübe ein Kürbis genommen, der sich auch viel besser aushöhlen und bearbeiten ließ.
Eine interessante Geschichte, finde ich. Doch die Wurzeln des Samhain sind noch viel interessanter.

Gefeiert wurde Samhain schon vor 5000 Jahren in Irland und somit zählt es wohl zu den ältesten Festlichkeiten der Menschheit. Der Tag an dem Samhain (sprich: sa-u-in) gefeiert wird, ist der 31. Oktober, nach dem alten keltischen Kalender das Ende des Jahres und beginnt das neue. An Samhain war alles abgeschlossen was es an landwirtschaftlichen Arbeiten zu erledigen war, darum konnte am Abend die Familie mit allen die in dem Haus lebten endlich mal wieder vollzählig versammelt zu Tisch sitzen. Dieses seltene Zusammensein führte zu vielen Festivitäten und Zeremonien, so das Samhain immer etwas ganz bedeutendes und besonderes war.
Die wichtigste aber was Samhain umgibt, ist die Rückkehr der Toten. Gerade weil Samhain mit Einbruch der Dunkelheit das Ende des Jahres und mit Anbruch der Morgendämmerung der Anfang des neuen Jahres war, waren die Wände zu anderen Welten besonders dünn, denn die dazwischen liegende Nacht war undefinierter Freiraum. Es ging der Glaube um, das in dieser Nacht die Toten die Erlaubnis hätten, an den Ort ihres früheren Lebens zurückzukehren. Dies begegneten die Menschen mit einer gewissen Scheu. Zwar hatten sie kein Problem mit dem Tod und den Verstorbenen, aber eine gewisse Unsicherheit blieb. Daher stellte man Speisen und Tränke vor die Tür, um die Toten zu beköstigen aber auch um sie sozusagen zu bestechen keinen Schaden an Haus und Bewohnern zu verursachen.
Man war sich einig, das man nicht mit diesen Toten zusammentreffen durfte. So war es üblich schon früh zu Bett zu gehen, um den toten Besuchern das Wohnzimmer zu überlassen. Und wer nachts ein Geräusch hörte, wußte das er dem nicht nachgehen durfte, um nicht diese Neugier mit dem Verschwinden in die anderen Welten zu bezahlen. Dies geschah nicht, weil sie gar den Toten zum Opfer fielen, sondern einfach weil sie durch die besagten dünnen Wände zu den anderen Welten auf die falsche Seite gelangt waren.
carpe noctem
