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††† Lovecraft stellt sich vor †††
Mein Name ist Howard Phillips Lovecraft und ich wurde am 20. August 1890 in Providence, Rhode Island, USA geboren. Dort habe ich mich auch immer am wohlsten gefühlt. Mein Vater, Winfield Scott Lovecraft, war Handelsreisender und meine Mutter, Sarah Susan Phillips eine einfache Frau. Sie war eine eher ängstliche, nervöse Natur und hat in so banalen Dingen wie Wetterwechsel gleich die schlimmsten Katastrophen vorausgesehen. Als ich 3 Jahre alt war, bekam mein Vater einen Nervenzusammenbruch, begleitet von schlimmsten Wahnvorstellungen, bei denen er sogar gewalttätig wurde. Er wurde in die Psychatrie eingeliefert und wurde entmündigt. Er starb 1898.
Zu diesem Zeitpunkt begann auch die geistige Verwirrung meiner Mutter. Sie redete mir ein, ich sehe so abscheulich aus, das ich nicht mehr unter die Menschen dürfe. Sie begann mir Mädchenkleider anzuziehen und mir lange Locken zu wickeln. Ich schämte mich zu Tode. Aber als ich mich dann mit 6 Jahren durchsetzen konnte, wurden die Haare endlich abgeschnitten. Ansonsten verhätschelte meine Mutter mich über alle Maßen hinaus. Ich durfte essen was ich wollte, was ich reichlich ausnutzte und mich von Süßigkeiten und Eiscreme ernährte. Zu Bett ging ich wann ich wollte und das war meist erst in den frühen Morgenstunden. So wurde ich ein Geschöpf der Nacht, das man am Tage fast nie zu Gesicht bekam. Auch die Spaziergänge durch mein geliebtes Providence machte ich bei Nacht, so liebte ich es am meisten.
Die Schule besuchte ich nicht, ich brachte mir alles selbst bei. Mein Großvater besaß eine Bibliothek mit über 2000 Büchern, die ich dafür verwenden konnte. Irgendwann stieß ich auf Literatur von Edgar Allan Poe und Ambrose Bierce. Ich fand Gefallen an diesen Horrorgeschichten und begann selbst düstere Geschichten zu verfassen. 1914 trat ich der United Amatuer Press Association bei, eine Gruppe von Freizeitschriftstellern, die sich gegenseitig bei ihren Werken durch Zuspruch und Tipps unterstützten. Sie veröffentlichten meine Werke in ihren Publikationen. So verdiente ich ein paar Dollar aber reich wurde ich nicht dabei. Leider wurde ich erst nach meinem Tod in die gleiche Kategorie wie Edgar Allan Poe eingereiht, was ich mir niemals erträumt hätte. Meine schlechte finanzielle Lage besserte ich durch die Überarbeitung fremder Texte auf. Es war nur wenig was ich dabei verdiente, ich glaube ich war damals der wohl billigste Ghostwriter der Welt.
1919 wurde meine Mutter nach einem Nervenzusammenbruch in die Psychatrie eingeliefert, genau wie Vater seinerzeit. 1921 starb sie dann. Mir war kalt, immerzu kalt. Ich glaube ich litt an einer seltenen Krankheit namens Poikilothermie, bei der der Erkrankte nicht in der Lage ist eigenständig seine Körpertemperatur zu halten. Im Winter konnte ich das Haus nicht verlassen, ohne zu riskieren bewußtlos zu werden. Dagegen blühte ich im Sommer auf, wenn die Außentemperaturen auf 30 Grad stiegen. Während andere schwitzend in den Schatten flüchteten, fühlte ich mich sauwohl.
Meine Ernährung bestand aus Süßigkeiten und ab und zu etwas Käse und Bohnen. Letztere kalt aus der Dose. Ab 1935 litt ich plötzlich unter Sehstörungen, geschwollenen Füßen und Schmerzen im Magen- und Darmbereich. Ich tat es als Verdauungsprobleme ab. Doch ab 1937 wurde ich schwächer und nahm immer mehr ab. Ein Arzt der mich untersuchte, stellte Dickdarmkrebs fest. Er hatte sich bereits so weit in meinem Körper ausgebreitet, daß eine Operation nicht mehr in Betracht kam. Am 10. März 1937 wurde ich mit starken Schmerzen ins Krankenhaus eingeliefert, wo ich unter Morphium gesetzt wurde und in den frühen Morgenstunden des 15. März 1937 dämmerte ich hinüber. Und mit mir starb der Name Lovecraft aus.
