

Keine Angst, hier kommt nun keine Hasstirade oder Hetzreden gegen irgendwas. Ich möchte nur offen zum Thema Hass Stellung nehmen.
Hass war für mich bisher in meinem Leben etwas, was für mich nicht in Frage kam. Klar war ich oft schon auf irgendjemanden wütend. Ich habe demjenigen, weil er mir was antat, auch schon "die Pest an den Balg" gewünscht. *gg* Aber das sind eben nur so Redewendungen, momentane Stimmungen, nicht ehrlich gemeint. So wütend ich auch auf jemanden war, das verblasste nach einiger Zeit und die Leute waren einfach nicht mehr wichtig für mich, ich habe sie links liegen gelassen. Muß ich mich denn mit ihnen umgeben? Nein, also weg damit.
Anders verhält es sich, wenn Du mit demjenigen verwandt bist. Da wird Ignoranz schon schwieriger, mehr noch, wenn Du unter einem Dach mit der Person wohnst. Böse Falle! Aber ich möchte mal erzählen worum es geht.
Vor ungefähr 11 Jahren habe ich das erste Mal in meinem Leben angefangen jemanden wirklich zu hassen. Bis dahin wußte ich gar nicht was Hass eigentlich wirklich ist. Bis zu diesem Vorfall. Als ich den Hass körperlich spürte, da wußte ich was es ist. Wow, was für ein intensives Gefühl. Es ist stark, beängstigend, vereinnahmend, vernichtend, brennend. Nicht schön.
Man sagt, Hass und Liebe liegen dicht beieinander und wo Hass ist, ist auch immer ein Rest von Liebe, weil eben auch Hass ein Gefühl ist. Hm, also ich möchte da vehement Einspruch einlegen! Für die Person die ich hasse, habe ich keinerlei positives Gefühl mehr. Nein wirklich nicht. Es ist eine brennende innere Wut, die von mir Besitz ergreift, wenn der Name der Person fällt oder aber ich mit ihr konfrontiert werde. Es ist total schwer für mich, in diesem Augenblick die Selbstbeherrschung nicht zu verlieren. Ich möchte der Person an die Kehle gehen, zudrücken und ihr das unwürdige Leben herauspressen. Ja ich weiß, das hört sich brutal an und ich weiß auch das es nicht richtig ist. Ich tu es ja auch nicht wirklich. Aber in Gedanken, da habe ich es schon tausende Male getan.
Nachdem ich nun diesen Umstand etwas erklärt habe, füge ich Euch den nächsten Schock zu, indem ich Euch sage, daß es meine eigene Mutter ist, die ich hasse.
Mir persönlich hat sie zwar vieles angetan, was mir seelisch weh tat, aber das ist es nicht warum ich sie hasse. Ich hasse sie vielmehr, weil sie Schuld am Tod meines Vaters ist. Weil sie ihm das Leben und zuletzt die Zeit seiner Krankheit, den Krebs, zur Hölle gemacht hat. Sie hat ihm so zugesetzt, das er aufhörte gegen den Krebs zu kämpfen und sich aufgab. Er starb, weil er es wollte, nicht weil er es mußte.
Mein Vater erkrankte 1999 an Darmkrebs. Er wurde operiert und bekam einen vorübergehenden künstlichen Darmausgang, ein so genanntes Stoma. Das ist eine operativ beigebrachte Öffnung seitlich am Bauch, an der eine Manschette sitzt. Dort werden auswechselbare Plastiktüten angebracht, die den verdauten Darminhalt aufnehmen. Natürlich ist das eine total ungewohnte Situation. Für beide Seiten. Nur mein Vater ist ja nicht absichtlich krank geworden, er hat es nicht getan um meine Mutter zu ärgern. Es war einfach plötzlich da, und das obwohl mein Vater bis auf seinen hohen Blutdruck, gesund war. Leider kam eine kleine Komplikation hinzu. Mein Vater hatte einen Darmvorfall, d.h. das ein Teil des Darms aus diesem Stoma austrat und in der Plastiktüte hing. Die Ärzte machten nichts daran, es wäre nicht weiter schlimm, müßte nur gründlicher gereinigt werden. Es käme bei Menschen mit schwachem Bindegewebe mal vor. Na gut, also nicht so wild das Ganze.
Die Pflege dieses Stomas muß man sich anfangs von einer Pflegerin die ins Haus kommt zeigen lassen. Allein konnte das mein Vater ja nicht, also mußte meine Mutter sich das zeigen lassen. Ok, sie hats nach ner Weile geschnallt und bekam es hin. Es war ja nur für ca. 3 Monate, dann sollte der künstliche Darmausgang wieder zurückverlegt werden. Nun, meine Mutter fühlte sich wohl überfordert oder weiß der Himmel was, denn sie tickte immer aus, wenn mal was beim Wechseln der Plastiktüten daneben ging. Ich frage mich was daran so schlimm war, wenn mal ein wenig daneben ging? Man kanns abwaschen und die Wäsche wechseln, fertig. Aber was machte sie? Sie schrie meinen Vater an, schimpfte und tobte. Mein Vater rief mich dann irgendwann an, ich hatte bis dahin keine Ahnung was zuhause bei meinen Eltern abging. Er fragte mich, ob ich für ein paar Tage zu ihnen herunter kommen könnte, meiner Mutter beim Haushalt helfen, sie schaffe es nicht. Meine Eltern wohnten im Ruhrgebiet, ich in der Eifel. Meine anderen Geschwister wohnten alle quasi bei meinen Eltern um die Ecke. Niemand hatte Zeit....Ich sagte ohne zu zögern zu und packte meine Sachen. Mein Mann und meine Kinder begleiteten mich hin und fuhren dann allein zurück. Ich wollte bis zum Wochenende bleiben und dann vorerst wieder heim, da ich ja auch eine Familie zu versorgen hatte. Eine weitere Anreise wollte ich dann später anhängen.
Nun, als ich also dort war, putzte ich erstmal die Wohnung, denn das war ein wenig durch die Pflege meines Vaters vernachlässigt worden. War ja nicht schlimm, als Hausfrau und Mutter macht man sowas mit links, kein Thema. Ich fuhr das Auto meiner Eltern, fuhr meine Mutter zum Einkauf und meinen Vater zu Arztterminen. Auch die Vorräte frischte ich auf, lagerte Kästen mit Sprudel im Keller ein, damit sie das nicht schleppen mußte. Tja, soweit war das erstmal in Ordnung. Doch dann, am zweiten Tag ging es los. Ich wurde Zeugin häßlicher Szenen, die ich mein Leben nicht vergessen werde. Wie meine Mutter das Leben und den Tagesablauf meines Vaters ins kleinste Detail bestimmte, war unfaßbar. Da mein Vater bestimmte Kost zu sich nehmen mußte, war besonderes Kochen angesagt. Das paßte meiner Mutter schon nicht. Sie meckerte deshalb rum beim Kochen. Ich schaute zu meinem Vater, der in der Eßecke saß und verlegen zu Boden blickte. Ich seufzte laut und wischte weiter den Boden.
Später dann war wieder ein Wechsel der Plastiktüte notwendig und scheinbar war der Verschluss entweder undicht oder aber nicht richtig aufgeklippt gewesen. Es war etwas daneben gelaufen und ich hörte meine Mutter im Badezimmer toben. Erschrocken hörte ich, wie es dumpfe Geräusche gab und sie rumbrüllte. Dann ging die Tür auf und meine Mutter rannte aus dem Badezimmer, schrie: "Ich kann nicht mehr! Was man mir hier alles zumutet! Verdammt nochmal! Ich will nicht mehr!" usw. Ich packte sie erstmal bei den Armen und verfrachtete sie auf die Couch mit der scharfen Anweisung da bloß sitzen zu bleiben. Was sie laut heulend auch tat. Dann ging ich ins Badezimmer nach meinem Vater sehen. Was sich mir für ein Bild bot, werde ich mein Leben lang nicht vergessen:
Mein Vater stand, bis auf die Unterhose entkleidet, zitternd in der leeren Badewanne, seinen vorgefallenen Darm in den Händen stützend. Es blutete und dieses Blut tropfte mit stetem leisem "pock...pock...pock" in die Wanne. Auf dem Boden lagen seine Sachen verteilt, einiges war mit dem Inhalt der Tüten verschmiert, weil meine Mutter sie in ihrer Wut auf den Boden geworfen hatte. Mit aufgerissenen Augen und Mund starrte ich einen Moment auf diese Szene. Für den Bruchteil einer Sekunde meinte ich in einem Film zu sein. Ich verlor kurz den Realitätssinn. Doch dann faßte ich mich wieder, als ich in die hilflosen, flehenden Augen meines Vaters blickte. Ich trat ein, schloß die Tür und sprach beruhigend auf meinen Dad ein. Ich versicherte ihm, daß das doch nicht schlimm sei, das was schmutzig geworden ist, man könne doch alles waschen. Ich nahm die speziellen Reinigungspads und säuberte den Darm meines Vaters vorsichtig, brachte eine frische Plastiktüe an. Dann wusch ich meinen Vater und gab ihm frische Sachen. Ich packte ihn in die Eßecke auf seinen Platz, stellte ihm was zu trinken hin und ging ins Badezimmer zurück. Um meine Mutter kümmerte ich mich erstmal nicht. Ich reinigte das Bad, desinfizierte alles, wie es meine Mutter immer wollte (krank sowas) und dann steckte ich die schmutzige Kleidung in die Wäschetruhe zum waschen.
Als ich wiederkam, stand meine Mutter in der Küche und machte sich am Abendessen zu schaffen. Keiner redete ein Wort. Ich hatte damals, als ich erfuhr, das mein Vater an Krebs erkrankt ist und zudem fast zur selben Zeit mein Lieblingskater gestorben war, wieder angefangen zu rauchen. (Ich Blöde!) Also ging ich auf den Balkon und rauchte erstmal eine. Boah, die hatte ich echt nötig. Mit zitternden Händen zündete ich die Kippe an und........heulte erstmal. Ich war total fertig und geschockt. Nur eine Frage ging mir immer wieder durch den Kopf: "Wie kann sie sowas nur tun? Wie kann man einen so kranken Menschen, mit dem man doch schon über 30 Jahre verheiratet ist, den man doch liebt (??), so behandeln?"
Nachdem schweigend das Abendessen eingenommen war, schauten wir fern, als wenn nichts gewesen wäre. Doch nur meine Mutter schaute wirklich fern. Ich schaute immer wieder verstohlen zu meinem Vater und er war abwesend, starrte den Boden an, eine Hand auf dem Plastikbeutel unter dem Pullover liegend. Dieses Bild sehe ich auch immer noch vor mir. Es war das Bild eines zutiefst traurigen Menschen. Ich wußte, das am nächsten Tag ein Arzttermin anstand. Zeit also, allein mit meinem Vater zu sprechen. Unterwegs begann ich und fragte, ob das öfter so geht oder ob der Vorfall der erste war. Mein Vater begann augenblicklich zu weinen. Ich war entsetzt. Meine Güte, welche Seelenpein muß er da schon durchlitten haben. Ich sagte erstmal nichts mehr und ließ seine Tränen laufen, sollten ihn ein wenig erleichtern. Dann begann er zu erzählen, das er es nicht mehr aushalte, er keinen Sinn mehr sehe. Ich redete auf ihn ein, während ich einparkte. Wir stiegen aus und ich schloß den Wagen ab, mein Vater war vorausgegangen. Er stand an der Straße und als ich hinzukam, näherte sich gerade ein Auto. Mein Vater schaute hin und wollte losgehen. Ich packte ihm erschrocken am Arm und hielt ihn fest. Er blieb stehen und weinte wieder. Mein Herz krampfte sich zusammen. Es stand schlimmer als ich wohl annahm. Ich nahm ihn in den Arm und tröstete ihn, sagte das doch bald der Darm wieder zurückverlegt würde und dann alles wieder normal verliefe.
Es kam am nächsten Tag zu einem ähnlichen Vorfall, als mein Vater was von seinem Trinken verschüttete. Sie schrie herum und putzte die Tischdecke ab. Mein Vater zitterte wieder. Ich wagte es was zu sagen und äußerte das man das doch waschen könne, kein Grund für diese Aufregung. Sie schnappte zurück das ich gern die mittlerweile so erhöhte Wasserrechnung und das Waschpulver zahlen könne, wenn ich meine das das kein Problem wäre. Nun, meine Mutter hat zig tausende Mark in die bescheuerten Spielautomaten in den Spielhöllen geworfen, hat sich eine bescheuerte Designerporzellanpuppe nach der anderen zu je mindestens 500 DM das Stück gekauft, das war wohl jede Mark wert!? Doch hier bei meinem kranken Vater begann sie die Erbsen zu zählen. Langsam entzündete sich die Flamme des Hasses auf sie in mir. Diese Tage waren ein Wendepunkt in der Beziehung zu meiner Mutter. Als mein Mann und die Kinder mich dann abholten und wir fahren wollten, stand mein Vater an der Tür und schaute mich traurig an. Ich würde nun nach Hause fahren und ihn nicht mehr gegen meine Mutter verteidigen können. Ich versprach wieder zu kommen, was ihn sichtlich tröstete. Auf dem Heimweg erzählte ich alles meinem Mann und meinen beiden Töchtern. Sie waren alle schockiert.
Ich fuhr kein zweites Mal zu meinen Eltern. Nicht das ich nicht gewollt oder gekonnt hätte. Meine Mutter verweigerte dies. Es wäre nicht nötig, sagte sie. Meinen Vater bekam ich ja schon immer sehr schlecht ans Telefon, weil meine Mutter das schon immer nicht gern sah. Sie befürchtete immer man könne mit meinem Vater einen Komplott gegen sie schmieden (ich sag ja, krank!). Das ging meinen Geschwistern so wie mir. Doch ab jetzt bekam ich meinen Vater nur ans Telefon, wenn meine Mutter zufällig nicht zuhause war. Leider hatte ich privat auch damals viele Probleme mit der ältesten Tochter, die in ihrer Pubertät kräftig rebellierte. So war ich leider sehr abgelenkt und rief seltener bei meinen Eltern an. Ich hatte einfach manchmal keinen Bock auf die Stimme meiner Mutter. Doch wenn die Sorgen um meinen Dad zu groß wurden, rief ich an und erkundigte mich.
Irgendwann wurde das Stoma wieder geschlossen und die doofen Plastiktüten waren Geschichte. Klasse, dachte ich. Dachte jeder. Doch dann, einige Zeit später, die schlimme Schocknachricht: wieder Krebs! Diesmal in der Leber, einige gestreute Metastasen hatten sich rasant vergrößert. Diesmal wurde die Chemo eingeleitet, der Krebs war inoperabel, weil zu groß. Zuerst mußte das Ding schrumpfen um alternative Behandlungen und vor allem die Op zu ermöglichen. Ich rauchte wie ein Schlot. Wußte vor Sorgen nicht mehr wohin. Mein Mann war mir damals wie heute die wichtigste und beste Stütze. Ohne ihn hätte ich das alles nicht geschafft. Irgendwann wurde die Chemo beendet, sie wirkte nicht. Komisch. Lebendtransplantation von meinem Mann oder mir lehnte mein Vater ab, jede alternative Methode die ich im Internet und im Krebsforum fand, lehnte mein Vater ab, bzw. versprach es seinem Arzt zu sagen, der angeblich immer gesagt hätte für ihn wäre diese Methode nicht möglich durchzuführen. Noch komischer, aber ich war machtlos.
Dann, eines nachts um kurz vor 0 Uhr kam ein Anruf meiner ältesten Tochter, die mittlerweile bei ihrem Freund wohnte. Sie weinte und sagte mein Vater läge im sterben. Ich zitterte und konnte es nicht fassen. Was? Von heute auf morgen? Ich hatte zwar meine Mutter die letzten beiden Monate nicht erreichen können am Telefon, aber trotzdem. Das war doch eine dramatische Entwicklung. Wir zogen uns also an und fuhren sofort los. Gegen 2 Uhr in der Nacht trafen wir im Krankenhaus ein. Mein Vater lag bereits in der Schnappatmung, war also bereits mit einem Bein drüben. Meine Mutter und Geschwister waren alle da, verabschiedeten sich dann aber, weil sie schon seit morgens dort gesessen hätten. Wie bitte? Seit morgens? Ich fragte nach und da sagten sie lapidar sie hätten mich nicht erreichen können. WAS? Ich war den ganzen Tag zuhaus und hatte den Hörer meines kabellosen Telefons immer neben mir, andere Anrufe erreichten mich doch auch! Vielleicht ist es Zeit zu erwähnen, daß meine Geschwister nur meine Halbgeschwister sind. Ich war das einzige leibliche Kind meines Vaters, meine Geschwister waren aus erster Ehe meiner Mutter. Vielleicht sollte ich auch erwähnen, das meine Mutter meinen Geschwistern schon immer mehr Bedeutung zugedacht hat, als mir. Nun, mich so spät zu informieren was mit meinem Vater los ist, das zeigte mir doch ganz deutlich was sie von mir halten.
Ich verbrachte die letzte Nacht im Leben meines Vaters an seinem Bett und schlief nicht. Mein Mann und ich redeten mit ihm. Ich nutzte die letzte Gelegenheit ihm zu sagen das ich ihn liebe und das er mir ein guter Vater war. Und noch einige andere Sachen. Leider lag er ja schon mit geschlossenen Augen dort und war halb drüben, er war ja nicht mehr in der Lage sich zu bewegen. Aber ich weiß er hat es gehört, denn er weinte einmal zwischendurch. Am nächsten Tag dann kam meine Mutter gut ausgeschlafen von zuhause zurück. Mein Bruder kam und wir saßen am Bett. Meine Mutter redete viel bescheuertes Zeug, machte sich Sorgen wie sie wohl nach dem Tod meines Vaters alles finanziell schaffen solle. Mann, solche Sorgen am Sterbebett seines Mannes, wie oberkrank muß man sein? Dann wieder griff sie mich, wie sie es ständig tat, mit komischen Behauptungen an und versuchte doch tatsächlich einen Streit zu entfachen. Und das angesichts der Tatsache das mein Vater im Sterben liegt! Und dann passierte es. Ich hielt ja die ganze Zeit die Hand meines Vaters. Dann wurden seine Atempausen länger und schließlich atmete er einmal lange aus und regte sich nicht mehr. Er war tot. Aber in diesem Moment zuckte seine Hand die ich hielt für einen Augenblick und drückte meine ganz sacht. Er hat sich von mir verabschiedet. Und nur von mir, sonst keinem.
Ich heulte mir die Seele aus dem Leib und war am Boden zerstört. Irgenwie sind wir irgendwann nach Hause gefahren. Kamen zur Beerdigung wieder. Mein Vater wollte ausdrücklich verbrannt werden, also war das nur eine kleine Zeremonie in der Trauerhalle, bei der er alles festgelegt hatte. Es war kein Kirchenfuzzi da, sondern eine normale Rednerin, die vorn stand und die Trauerrede hielt. In der kleinen Halle saßen vorn meine Geschwister, dahinter enge Bekannte und dahinter die Nachbarn meiner Eltern. Ich durfte stehen........
Zum Abschluss wurde auf Wunsch meines Vaters "Time to say Goodbye" von Andrea Bocelli und Sarah Brightman gespielt. Ich heulte wie ein Schlosshund. Anschließend wurde der Sarg herausgefahren, in den Wagen des Bestatters gestellt und man konnte die Blumen reinlegen, sich verabschieden. Dann fuhr der Wagen langsam vom Hof, Richtung Krematorium. Da fuhr er, mein gelieber Vater und verließ mich. Er hatte den Tod gewählt, weil dieser für ihn leichter zu ertragen war, als das Leben mit meiner Mutter, dem Scheusal.
Und als die Flammen emporschlugen um den Leichnam meines Vaters zu verbrennen, da schlugen die Flammen des Hasses entgültig in mir hoch, verbrannten alles an positiven Gefühlen und Gedanken die ich noch für meine Mutter hatte. Seitdem hasse ich sie abgrundtief und habe seit dem Tage der Beerdigung den Kontakt zu ihr abgebrochen!

